Wechseljahre
China-Medizin lässt Beschwerden verschwinden
Viele betroffene Frauen leiden
unter Schwindel, Hitzewallungen und Schlafstörungen. Doch dagegen können
sie etwas tun
Auch Helga H. zu den Geplagten. „Drei Jahre lang litt ich
unter innerer Hitze, auf- und absteigendem Blutdruck, fühlte mich
schwindelig, sah manchmal alles doppelt, hatte starke
Stimmungsschwankungen", berichtet die 58-jährige Hausfrau aus Bergisch
Gladbach. Die homöopathischen Mittel, die sie einnahm, brachten nur
kurzfristig Linderung.
Hilfe kam schließlich von der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).
Die Kölner Heilpraktikerin Baolian Han-Seidel (43) untersuchte Helga
H. eine Stunde lang gründlich. Ihre Diagnose: „Sie leiden unter
einem Yin-Mangel der Nieren."
Alle sieben Jahre ein Zyklus
Dazu muss man zweierlei wissen: Zum einen läuft laut der TCM bei Frauen
alle sieben Jahre ein Lebenszyklus ab. Zum zweiten produzieren die
Nieren einen Stoff, der u.a. für die Sexualität und die Fortpflanzung
sorgt. Am Ende des siebenten Lebens ¬Zyklus - also um das 49. Lebensjahr
herum - ist diese Essenz verbraucht und kann keinen so genannten
Himmels-Tau („Tian kui") mehr produzieren, der den Sexualhormonen in der
Schulmedizin entspricht. Die Frauen sind nicht mehr fruchtbar, ihre
Periode bleibt aus.
Gleichgewicht ist gestört
Wie alles in der chinesischen Medizin ist auch die Nieren-Essenz dem
Gleichgewicht zwischen den Gegensätzen Yin und Yang unterworfen. Ist
dieses Gleichgewicht. gestört, kommt es zu Beschwerden. Baolian
Han-Seidel: „Yin ist dabei wie das Wasser in einem Kessel, Yang wie das
Feuer darunter. Oft lodern die Flammen unter dem Einfluss des modernen
westlichen Lebensstils so stark auf, dass das Wasser verkocht. Das
Gleichgewicht ist durch viel Kaffee, Alkohol, Schokolade, Fett und
Stress gestört, es kommt zu den typischen Hitzewallungen oder
Schweißausbrüchen. Seit tausenden von Jahren schaffen es die Chinesen,
mit Akupunktur und Kräutern das Feuer zu reduzieren, das Wasser zu
stärken und das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang zu halten. Auf diese
Weise bleiben die Chinesinnen ohne Hormone frei von
Wechseljahrsbeschwerden."
Chinesinnen ohne Beschwerden
Durch Akupunktur, vor allem an bestimmten Punkten der Ohrmuscheln und an
den Füßen, leitete die Expertin bei ihrer Patientin Helga H. die
Hitze aus dem Körper. Und sie verschrieb ihr einen Kräutertee aus
Wurzeln, Beeren, Baumrinde und Muschelschalen. Heilpraktikerin Han-Seidel: „In China werden die Frauen schon mit Kräutern und Tee
behandelt, bevor es überhaupt zu den Beschwerden kommt."
Probleme sind verschwunden
„Jeden Morgen und jeden Abend trinke ich diesen Tee", sagt Helga
H. „Er schmeckt bitter, aber ich spüre, dass mir vor allem die
Abkochungen der Muschelschalen gut tun. Sie wirken beruhigend. Nach
zwölf Akupunktur-Behandlungen sind meine Beschwerden verschwunden",
freut sich die Mutter von zwei erwachsenen Kindern.
• Kontakt TCM-Zentrum, Barbarossaplatz 6, 50674 Köln, Tel. 0221/
2053691, www.zentrum-fuer-tcm.de
Aus: frau aktuell, Nr. 22 v. 23.05.2006, S. 48