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Geschichte

Die Entwicklung der Kunst der Chineschen Medizin hat seit ihren Anfängen einen langen geschichtlichen Weg hinter sich. Bereits in der Steinzeit benutzten Menschen Steinnadeln zu Heilzwecken. Diese Steinnadel wurde abgelöst, als der Bronze- und später der Eisenzeit die Akupunkturnadel aus den entsprechenden Metallen hergestellten. Die Moxibustion entstand bereits, als der Mensch das Feuer für sich entdeckte. Die Menschen damals entdeckten zufällig eine Linderung oder sogar Verschwinden von Schmerzen und Krankheit, wenn sie bestimmte Hautregionen am Lagerfeuer erwärmten. Auch die Ursprünge der Kräuter sind sagenumwoben. Schon zur westlichen Han-Zeit (206 v. Chr.) entstand in Anlehnung an die mythische Figur Shen Nong (göttlicher Landmann) das Shen Nong Ben Cao (Kräuterlexikon des göttlichen Landmanns). In dieser Sammlung mit 365 Kräuter und Arzneimitteln befindet sich ein Großteil der auch heute wichtigen Kräuter.  

Das erste bekannte medizinische Buch, Huang Di Nei Jing (Innerer Klassiker des Gelben Kaisers), wurde 500 v. Chr. zusammengestellt. Es beschrieb die grundlegende Theorien der Traditionellen Chinesischen Medizin und die Therapien. Bis heute ist das Werk immer noch eine Orientierung der TCM

Mit der verschiedener dynastischer Perioden entwickelte sich TCM wie ihre Kultur. Bis zum Beginn der Tang-Dynastie (618-906) traten viele große Gelehrte hervor, die den Grundstock für ein immer größeres medizinisches Verständnis legten, das noch differenziertere und präzisere diagnostische und therapeutische Modelle hervorbrachte. TCM erlebte ihre Blütezeit.

Auch in den folgenden Dynastien gab es auch  verschiedene hervorragende Ärzte und Gelehrte. Erwähnt werden muss insbesondere der Autor des Ben Cao Gang Mu, einer großen medizinischen Enzyklopädie: der berühmte Arzt Li Shi Zhen (1518-1593), er beschrieb und systematisierte insgesamt 1892 Arzneimittel und fügte 10.000 Rezepte hinzu. Diese Enzyklopädie fand nicht nur in China weite Verbreitung, sondern wurde schon damals ins Englische, Französische, Deutsche, Japanische, Koreanische, Vietnamesische und Russische übersetzt. Sein Werk stellt somit den Anfang eines Kontaktes zwischen den medizinischen Wissenschaften Chinas und des Westens dar. Darüber hinaus systematisierte Li Shi Zhen die Pulsdiagnose. Die von ihm definierten 28 Pulse werden auch heute noch zur Beschreibung der Pulsbilder herangezogen.

Die Grundlage der TCM entstand durch Jahrtausende  therapeutische Erfahrung. Sie basiert auf Organen, Meridianen, Blut, Qi und Körperflüssigkeiten. Durch Systematisierung nach uralter chinesischer Philosophie, insbesondere dem Taoismus, reifte TCM zu  einer eignen vollständigen Theorie heran. Die Besonderheit der TCM-Theorie  ist die ganzheitliche Betrachtung und eine differenzierte und individuelle Behandlung.

Die ganzheitliche Betrachtung erklärt, dass der Körper nicht nur eine Ansammlung von Organen und Geweben, die eigne Funktionen haben, sonder  sie  haben sowohl in der Physiologie als auch in der Pathologie enge Zusammenhänge und Einfluss miteinander. Gleichzeitig besagt diese Theorie, dass  der menschliche Körper permanent von den  umweltlichen, geographischen und gesellschaftliche Faktoren stark beeinflusst ist.

Die differenzierte und individuelle Behandlung basiert auf  klinische Daten, die durch Anwendung der ganzheitlichen Untersuchungen (hier sind Methoden wie Pulsdiagnose, Zungediagnose, Inspektion, Palpation, Anamnese, Riechen und Hören) erzielt werden. Die komplizierten Symptome werden durch verschiedene Differenzierungsmethoden wie die Yin-Yang-Theorie oder die Achtkriterien identifiziert, analysiert und synthetisiert.

Das grundlegende Wissen der Chinesischen Medizin basiert auf:

1.

Yin-Yang-Therorie

2.

Fünf-Elemente-Theorie

3.

Zang-Fu-Organe

4.

Qi / Blut / Körpersäfte

5.

Meridiane

6.

Ursachen und Pathomechanismen

7.

Vorbeugung und Behandlung

   

Entgegen der häufigen Annahme hat die TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) nichts mit Esoterik zu tun, sondern ist eine medizinische Wissenschaft. Obschon sie nicht aus denselben Diagnose- und Behandlungsmethoden wie die westliche Schulmedizin aufgebaut ist.

Die Schulmedizin sieht den menschlichen Körper als ein Zusammenspiel verschiedener chemischer, physiologischer und mechanischer Abläufe. Für dessen Erforschung man Körper seziert und die verschiedensten Werte gemessen hat. Die westliche Medizin hat mit steigender Technologie in den letzten Jahren wesentliche Fortschritte gemacht und dennoch ist zu bedenken, dass sie doch erst ein paar Jahrhunderte alt ist.

Die Traditionelle Chinesische Medizin sieht den menschlichen Körper als ein Konstrukt aus Substanz und Energie, welches nach den Regeln der Natur bzw. des Universums funktioniert. Die Erforschung des Körpers besteht aus Beobachtung und Einbindung in die allgemein gültigen Naturgesetzte. Man kann also sagen, dass es eine rein empirische Wissenschaft ist, die erst jetzt allmählich mit den modernen Geräten der Wissenschaft bewiesen werden kann und auch zunehmend bewiesen wird. Man bedenke, dass die Chinesische Medizin auf mehr als 3000 Jahre Erfahrung zurückblickt und dabei nichts von Ihrer Gültigkeit verloren hat.

Die Behandlungsmethoden sind einzeln oder kombiniert anwendbar und die Behandlungsstrategie ergibt sich aus der genau gestellten Diagnose. Leider besteht oft die Meinung, TCM-Behandlung bestehe nur aus Akupunktur, aber die Möglichkeiten sind vielfältiger! So der Therapeut in allen Bereichen ausgebildet wurde stehen ihm zur Behandlung sowohl Akupunktur-, Akupressur-, Moxa- und Arzneimitteltherapie, als auch Tui-Na (chin. Massage), Diätetik und Qi Gong zur Verfügung.

Einerseits sind Diagnosemethoden aus allgemein gültigen Theorien hervorgegangen, andererseits hat man Theorien aufgestellt, um Pathologien (krankhafte Veränderungen) besser erklären und beschreiben zu können. Den Laien mag diese Vielzahl von Theorien verwirren, es muss aber betont werden, dass keine dieser Theorien eine andere ausschließt oder ihr gar widerspricht. Es sind lediglich verschiedene Nomenklaturen, um dasselbe Krankheitsmuster zu beschreiben.

Die Theorie von Yin und Yang ist eine universelle. Man kann sie in den Kampfkünsten, im Alltag oder in der Medizin nutzen!